Vorwort zum Buch: 
Joachim Rumohr
Wie wird er sich gefühlt haben, als er die Stadt Mölln zum ersten Mal erblickte?
Was hat Till Eulenspiegel bewogen hierzubleiben und nicht mehr weiterzuziehen? Vielleicht
war es die direkte Nähe der Stadt zum Wasser in Form der Seen, die Mölln umgeben.
Möglicherweise war es die Sicherheit, die eine Stadt wie Mölln damals durch die Stadtmauern
und Wehranlagen bot. Es könnte zudem sein, dass schon zu seiner Zeit die Menschen
in Mölln sehr freundlich und positiv gestimmt waren. Dass er hier gar nicht mehr
wegwollte, weil er sich hier so wohlgefühlt hat.
Für mich sind all dies heute auf jeden Fall Gründe der Stadt Mölln, die sich heute
auch die Eulenspiegelstadt nennt, komplett zu verfallen und mich hier so zu Hause
zu fühlen, wie noch nirgends vorher auf der Welt.
In der heutigen Zeit ist Till Eulenspiegel hier an fast jeder Ecke präsent. Mit dem
von jedem Touristen besuchten Eulenspiegelbrunnen, der einem durch das Berühren von
Daumen und Zeigefingers der lebensgroßen Till-Figur Glück bringen soll. Das Krankenhaus,
in dem Till seinerzeit starb, steht noch genauso an seinem Platz, wie das Rathaus,
in dem er die Ratsmitglieder steinreich machte. Vor der Kirche steht eine Linde,
unter der er stehend begraben sein soll und der Gedenkstein zu seinem Grab ist in
die Kirchenmauer der St. Nicolai Kirche eingelassen. Geehrt und in Erinnerung behalten
wird er zudem von vielen Möllner Bürgern, die Figuren von ihm aufgestellt, aus Holz
geschnitzt oder an die Hauswände gehängt haben. Auf den Möllner Seen fährt das Fahrgastschiff
Till und die Till Eulenspiegel Gilde bewahrt das Andenken ebenso, wie das Till Eulenspiegel
Museum. Alle drei Jahre finden die Eulenspiegel-Festspiele statt, in deren Aufführungen
es stets um das Leben und Wirken von Till Eulenspiegel sowie seine Streiche und Erzählungen
geht. Letztlich leistet sich die Stadt einen eigenen Darsteller, der als Till Eulenspiegel
Touristen begrüßt, die Kinder begeistert und bei vielen Festen in seinem Ornat immer
wieder kleine Streiche spielt oder die Stadtoberen auf die sprichwörtliche Schippe
nimmt.
Ein Ende dieser Begeisterung für Till Eulenspiegel ist nicht in Sicht und so wird
er diese wunderschöne Stadt Mölln sicher auch in den nächsten Jahrzehnten und vielleicht
sogar Jahrhunderten weiter in seinem Bann halten.
Bei all dem verwundert es nicht, dass das bisher umfangreichste Werk über Till Eulenspiegel
ebenfalls in Mölln und von einem Möllner geschrieben wurde. Sie als Leser können
in diesem Buch ganz tief in die Geschichte von Till eintauchen. Dabei wünsche ich
Ihnen viel Freude und hoffe, dass Sie ganz viele neue und spannende Dinge über Till
erfahren werden.
(Covergestaltung: Reinhard Trinkler)