2027 wäre Günter Grass 100 Jahre alt geworden, doch die glänzende Biografie von Harro
Zimmermann, weist eine Lücke auf, die der Autor und Zeitzeuge mit diesem schmalen
Buch schließen möchte.
Kein Wort in der Biografie über die Brandanschläge von Mölln, erstmals mit Toten
und Verletzten und kein Wort zu Günter Grass und dessen Haltung zu dem Ereignis in
Mölln und sein persönlich gelebtes Interesse an couragierten Möllner Bürgern, auch
türkischer Mitbürger, die daraufhin einen Verein für Völkerverständigung und gegen
Rechtsradikalismus gründeten.
Im Mittelpunkt des Buches steht die persönliche Begegnung des Autors mit Günter Grass
im November 1992 in Mölln, am Tage nach dem rassistischen Brandanschlag und darüber
hinaus. Im Mittelpunkt stehen nicht prominente Namen, sondern allein die Frage, wie
Haltung, Sprache und Einmischung in einer Zeit der Sprachlosigkeit möglich werden.
Die Nouvelle verbindet persönliche Erfahrung mit Zeitgeschichte und ist bewusst schmal
gehalten. Sie versteht sich als literarisches Erinnerungsstück und als Einladung
zur Auseinandersetzung mit Zivilcourage, Verantwortung im öffentlichen Raum.
Und unsere Zeit scheint sich wieder auf Irrwegen zu befinden, sieht man die Zustimmungswerte
rechtsextremer Parteien.
Einmischung ist und wird wieder einmal aktueller denn je.
Covergestaltung KI generiert